Im Trend: Imkern in der Stadt

Nicht nur Menschen ziehen immer häufiger in die Stadt, sondern mit ihnen auch immer mehr Bienen. “Urbanes Imkern” ist gerade ziemlich angesagt – und es hat auch eine nachhaltige Bedeutung: Die Biene als wichtigstes Nutztier nach Rind und Schwein profitiert von der Stadthaltung, meinen Experten. Denn während die Biene auf dem Land häufig nur die Monokulturen der Landwirtschaft vorfinde, könne sie in der Stadt die verschiedensten Pflanzenarten anfliegen. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in den Inhaltsstoffen des Honigs wider.

Doch die Imkervereine haben ein Nachwuchsproblem: Der Landesverband Rheinland meldete im vergangenen Jahr 200 Jungimker – von insgesamt 6.800 Mitgliedern. Um den Bestand der Bienen nachhaltig zu sichern, soll das Imkern nun dank “Urban Beekeeping” wieder hip werden. Im Ruhrgebiet sind es vor allem die Großstädte Bochum und Dortmund, in denen die Zahl der Imker und Bienenvölker in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen ist. Das zeigen die Mitgliederzahlen des Landesverbands Westfälischer und Lippischer Imker, in dem die Bienenzüchter im nördlichen Ruhrgebiet organisiert sind.

Eine Sorge: Höhere Schadstoff-Emissionen und ein Mangel an Blütenpflanzen in den Zentren der Großstädte könnten sich negativ auf die Honigqualität auswirken. Doch nach aktuellen Erkenntnissen der Wissenschaft sind die Bedenken unbegründet. Im Gegenteil: Stadthonig enthält eine Vielzahl unterschiedlicher Pollenarten.

Sehen Sie hier den dazugehörigen Fotofilm “Der Imker vom Bochumer Rathausdach”!